Sand- und Kiesgruben, Teil 3



In der heutigen Zeit mit ihren vielfältigen Nutzungsansprüchen an Freiflächen verbleiben für die Kies- und Sandgewinnung überwiegend nur noch Flächen, auf denen intensive Landwirtschaft betrieben wird. Der Abbau selbst erfolgt nur über einen begrenzten Zeitraum. Anschliessend wird die Abgrabungsfläche der Folgenutzung übergeben, die heute bereits mit der Genehmigung zum Abbau, schon vor dem ersten Griff der Baggerschaufel, festgelegt wird. Biotop- und Artenschutz,  Naherholung, Angel- und Wassersport - ehemalige Abgrabungen dienen in der Folge vielen Interessen.

Dass Abgrabungen auch Chancen für die Natur eröffnen können, diese Erkenntnis ist in den vergangenen Jahren immer mehr ins öffentliche Bewußtsein gerückt. Die heutige Landschaft wandelte sich durch menschliche Eingriffe schon vor Jahrhunderten von einer Naturlandschaft zur Kulturlandschaft. Ehemalige Sand- und Kiesgruben, die nach ihrer Wiederherrichtung sich selbst überlassen werden und von weiterer Nutzung durch den Menschen ausgeschlossen bleiben, können sich zu wertvollen Biotopen weiterentwickeln, die in der intensiv genutzten Kulturlandschaft der näheren Umgebung kaum noch zu finden sind. Nicht selten entdecken heimische Tiere und Pflanzen den neuen Lebensraum schon während der Abbauphase für sich, darunter auch bedrohte Arten, die auf der Roten Liste stehen. Manche ehemalige Abgrabung hat sich auf diese Weise mittlerweile in ein rechtskräftig ausgewiesenes Naturschutzgebiet verwandelt.

Als praktische Beispiele vorbildlicher Renaturierungen werden im folgenden Teil Abgrabungen vorgestellt, denen der Deutsche Wiederherrichtungspreis des Bundesverbandes der Deutschen Kies- und Sandindustrie zuerkannt wurde. Dieser Preis wurde 2004 erstmals verliehen. Die Bewertung erfolgte dabei durch eine unabhängige Jury. Bei allen Projekten wurde die Renaturierung mustergültig auf die örtlichen Gegebenheiten zugeschnitten.

Aufgrund des anhaltend hohen Bedarfs an Kies und Sand werden sich Landschaftsräume auch in den kommenden Jahren weiter durch Abgrabungen verändern. Zur Bewältigung der damit verbundenen Aufgaben und zur bestmöglichen Nutzung der daraus resultierenden Chancen ist eine konstruktive Zusammenarbeit gefragt - über politische Grenzen, behördliche Zuständigkeiten, ökonomische und ökologische Interessen hinweg.