Quarzsand
verwandte Begriffe: Industriesand, Quarzkies

Quarzsandkörner unter einem Rasterelektronenmikroskop. Der Durchmesser der Körner liegt zwischen 0,4 und 0,5 mm.
Als Quarzsande werden Sande bezeichnet, die einen besonders hohen Gehalt des Minerals Quarz aufweisen (mehr als 85 Gew.-%). In einigen Lagerstätten erreicht der natürliche Quarz-Gehalt sogar über 98%. Zeitlich stammen die abbauwürdigen Quarzsande in der Bundesrepublik vorwiegend aus der Kreide- und Tertiärzeit. Teils als küstennahe Meeressande, teils in Senken auf dem Festland unter besonderen geologischen Umständen abgelagert, reicherte sich das Mineral Quarz stark an, weil die übrigen, weniger stabilen Mineralien (wie Feldspäte und Glimmer) als Folge einer tiefgründigen Verwitterung des Sandes größtenteils aufgelöst oder in feine Partikel zerlegt und fortgeschwemmt wurden.


Abbauwand in einer Quarzsandgrube
 

Wegen der besonderen Eigenschaften des Minerals Quarz - seiner außergewöhnlich guten chemischen Beständigkeit und einer hohen Eigenfestigkeit - werden Quarzsande als sogenannte Spezial- oder Industriesande für besondere Zwecke eingesetzt. Ein großer Teil der Produktion geht zur Verarbeitung in die Glasindustrie. Ein bedeutender Abnehmer ist auch die chemische Industrie, die Quarzsande u.a. für die Produktion von Scheuermitteln einsetzt. Der Bedarf an Gießereisanden ist in den letzten Jahren zurückgegangen, bedingt durch die geringere Auslastung der Gießereien, geänderte Gußverfahren und die Aufbereitung und Mehrfach-Verwendung des Sandes. Darüberhinaus wird Quarzsand als Rohstoff für eine Vielzahl weiterer Produkte verwendet, so u.a. in gemahlenener Form als Füllmaterial in der Elektrotechnik, der Bauchemie und der Farben-/Lack-Industrie, als Grundstoff für feuerfeste Massen, als Filtersand in der Wasserwirtschaft, als Lokomotivstreusand, für Heimtier- und Zoobedarf und selbst für die Produktion von Hightech-Produkten wie Solarzellen und Computerchips.