Sandskulptur beim Sandworld-Festival in Travemünde 2002 (auch Foto rechts)

Feinarbeit: Sandskulpturen werden von oben nach unten aus dem verdichteten Skulpturensand herausgearbeitet.
Sandburg
verwandte Begriffe:  Sandskulptur, Sandburgenwettbewerb, Sandskulpturenfestival

Wenn unsere Jüngsten mit ihrer Sandkastenliebe einen Sandkuchen backen oder eine Sandburg bauen, dann lernen sie schnell, dass sich mit feuchtem Sand besser formen lässt als mit trockenem. Die eigentliche Ursache der Haftung feuchten Sandes liegt darin, dass benachbarte Sandkörner infolge der Oberflächenspannung des Wassers in den Porenzwickeln regelrecht aneinandergepreßt werden (siehe auch ®Sandphysik Teil 6). Nur deshalb sind steile Böschungen in feuchtem Sand stabil. Wird der Wasseranteil allerdings zu gross, beginnt der Sand zu fließen. Diese unangenehme Erfahrung machen Kinder am Strand immer dann, wenn sie ihre Bauwerke allzu nahe am Wasser errichten. Schon eine allzu weit vordringende Welle kann ausreichen, um die schönsten Sandgebilde zu zerstören.

Einen großen Ansturm von Besuchern erleben regelmäßig Wettbewerbe, bei denen darum geht, überdimensionale Skulpturen in den Sand zu setzen. Bereits Tradition hat das Festival in im niederländischen Badeort Scheveningen. Die laut Guinness-Buch der Rekorde größte Sandburg mit einer Höhe von 20,91 m (!) wurde 2001 am Strand der holländischen Stadt Almere gebaut. In der Regel jedoch ist die Bauwerksgröße bei den Sandskulpturen-Festivals nicht das ausschlaggebende Kriterium. Vielmehr geht es für die teilnehmenden Teams darum, in liebevoller Kleinarbeit mit Messer, Spachtel, Pinsel oder Strohhalm fantasievolle Gebilde zu vorgegebenen Themen zu modellieren.

Der Sand für solche kunstvollen Bauwerke, nicht selten einige 100 Tonnen oder sogar mehr, wird selbst in den Küstenorten extra angefahren, da sich der Strandsand für diese besonderen Zwecke erfahrungsgemäß nicht eignet. Hintergrund: um eine hohe Stabilität der Skulpturen zu erreichen, werden Sandkörner benötigt, die möglichst kantig geblieben sind. Strandsande hingegen sind durch die Bewegung in der Brandung meist zu sehr rund geschliffen. Am Strand wird der Skulpturensand zunächst sorgfältig in Holzformen aufgeschichtet und kräftig verdichtet. Anschliessend arbeiten die Carver, wie die längst dem Förmchen-Alter entwachsenen Baumeister genannt werden, die einzelnen Figuren von oben nach unten heraus (Foto links). Und meist sind die fertigen Bauwerke so stabil, dass ihnen auch Wind und Regen über längere Zeit nur wenig anhaben können.

Bleibt die Frage: welchen Sand verwenden Sie mit ihrem Nachwuchs beim nächsten Strandurlaub als Baustoff? Sand-Spezialisten raten zu möglichst feinkörnigem. Je gröber der Sand, desto weniger eignet er sich. Mit einem kleinen Experiment lässt sich die Sand-Qualität nach Expertenrat schnell prüfen. Formen Sie mit den Händen eine Kugel aus feuchtem Sand, die Sie dann von Hand zu Hand hin und her werfen. Bleibt die Kugel in Form, ohne dass sich Risse bilden, dürften ihren geplanten Baumaßnahmen nichts mehr im Wege stehen.
Weitere kleine Tips und Tricks finden Sie u.a. unter www.sandcastlecentral.com/tips/index.html

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