Gießereisand
verwandte Begriffe: Formsand, Sandguss, Sandkern
Sand ist auch ein ideales Medium, wenn es darum geht, flüssige Metalle in die richtige Form zu gießen. Dazu wird ein geeigneter Sand zunächst mit einem Bindemittel versetzt und anschließend maschinell in die gewünschte Form gepresst. Dieser sogenannte Sandkern gibt dem herzustellenden Werkstück die gewünschte Struktur. Anstelle der heute üblichen chemischen Bindemittel wurde dem Sand früher Ton beigemischt bzw. wurden natürliche Sandsorten gewählt, die bereits Ton in hinreichender Menge enthielten (Formsande). Nach dem Aushärten der Gussteile wird der Sand herausgelöst und nach einer Aufbereitung, in der der Sand von Begleitstoffen (Binder, Harze) befreit wird, erneut zu Sandkernen verarbeitet.
Da es nicht zu chemischen Reaktionen zwischen dem flüssigen Metall und dem Sandkern kommen darf, werden für Gießereizwecke hochwertige Sande benötigt, in der Regel reine ® Quarzsande, die eine gute Gasdurchlässigkeit und eine gute Formbarkeit bei niedriger Verdichtung aufweisen. Die Korngröße wird so gewählt, dass die Oberflächen der Gussteile nicht zu rauh aussehen.
Der Bedarf an Gießereisanden (1999: 1,4 Mio t) ist in den letzten Jahren weiter zurückgegangen, bedingt durch die geringere Auslastung der Gießereien, geänderte Gußverfahren und die Aufbereitung und Mehrfach-Verwendung des Sandes.
 
Linktipps: www.archaeometallurgie.de (historische Sandgussverfahren)
www.grohe.de (Sandguss am Beispiel eines Wasserhahns)