Windkanter
Sandschliff
verwandte Begriffe: Windschliff, Korrasion, Windkanter

Im allgemeinen geologischen Sprachgebrauch ist Wind- oder Sandschliff (auch als Korrasion) die Bezeichnung für die abschleifende Wirkung von Sandkörnern, die vom Wind angetrieben beständig auf Objekte prasseln.

Durch ein solches natürliches Sandstrahlgebläse werden naturgemäß besonders Felsen in den Wüstengebieten der Erde bearbeitet. Gesteine können dabei - je nach Härte und Zusammensetzung - glatt geschliffen werden. Oder sie bekommen Rillen, Furchen oder löchrige Oberflächen. Kleinere Gesteinsbruchstücke erhalten häufig kielartig angeschliffene Kanten und werden entsprechend als Windkanter bezeichnet. Solche aus dem vergangenen Eiszeitalter stammende Windkanter lassen sich auch in vielen heimischen Sandgruben finden. Es sind Steine, die auf vegetationsarmen Flächen im Vorfeld der Gletscher über längere Zeit den eisigen Winden mit ihrer Sandfracht ausgesetzt waren.

Pilzfelsen sind typische Formen, die ihre Entstehung der bodennahen Korrasion verdanken. Die nebenstehende Aufnahme stammt aus der Weißen Wüste Westägyptens. Quelle: www.manfredschaer.ch
Im geotechnischen Bereich wird die Bezeichnung Windschliff manchmal auch für die Wirkung von Sandkörnern im Wasser verwendet. Davon betroffen sind besonders Bauwerke im Brandungsbereich des Meeres. Spundwände aus Stahl etwa, die früher üblicherweise beim Buhnenbau eingesetzt wurden, halten dem Abrieb durch Sand zu wenig stand. Deshalb wurde bei der ® Erneuerung der Buhne 34 der Stahlwand eine Schutzhülle aus verschleißfestem Spezialbeton übergestülpt.
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