Sprichwörtlicher Sand
Eine Übersicht über Redewendungen in der Umgangssprache in Verbindung mit dem Wort SAND

Sand in die Augen streuen
Bedeutung: Den wahren Sachverhalt verschleiern, jemanden täuschen, indem man eine Sache in günstigerem Licht darstellt, als sie wirklich ist.
Hintergrund: Ein Trick in der mittelalterlichen Fechtkunst. Um den Gegner zu irritieren, wirbelte man Staub auf oder warf sich Sand in die Augen.

Den Kopf in den Sand stecken
Bedeutung: Die Augen vor unangenehmen Realitäten verschliessen, bestimmte Tatsachen nicht zur Kenntnis nehmen wollen, Vogel-Strauß-Politik betreiben.
Hintergrund: Dem Strauß wird fälschlicherweise angedichtet, er stecke seinen Kopf bei Gefahr in den Sand, weil er glaube, dann nicht gesehen zu werden. Möglicherweise resultiert diese Annahme aus der Beobachtung, auf sich Strauße in Gefahrensituationen flach auf ihr Nest legen, um es zu tarnen.

Auf Sand bauen
Bedeutung: Sich auf etwas höchst Unsicheres verlassen,
eine Handlung durchführen, deren Scheitern schon vorprogrammiert ist.
Hintergrund: Die Wendung basiert auf einer Bibelstelle, Matthäus 7, 26 ff., dem Gleichnis eines törichten Mannes, der sein Haus nicht auf Fels sondern einen sandigen Untergrund baut; bekannt geworden durch Georg Neumarks Kirchenlied: 'Wer nur den lieben Gott läßt walten', in dem es heißt: 'Wer Gott dem Allerhöchsten traut, der hat auf keinen Sand gebaut."

Etwas in den Sand setzen
Bedeutung: Etwas durch eigenes Verschulden verlieren oder einfach keinen Erfolg zu haben.
Hintergrund: In Anlehnung an die Redewendung „jemanden auf den Sand setzen“ zu verstehen.

Jemanden auf den Sand setzen
Bedeutung: Jemanden besiegen, einen Plan vereiteln und dessen Urheber ausschalten.
Hintergrund: Bei mittelalterlichen Turnieren war es das Ziel, den Gegner aus dem Pferdesattel in den Sand der Wettkampfarena zu stossen.

Auf Sand sitzen
Auf den Sand geraten
Auf einer Sandbank festsitzen
Bedeutung: Nicht weiter können, ratlos sein.
Hintergrund: Vorstellung eines Schiffes, das auf eine Sandbank aufgelaufen ist und nun nicht mehr weiter kann.

Im Sande verlaufen
Bedeutung: Ergebnislos ausgehen.
Hintergrund: Bildlich von einem Wasserlauf, der im Wüstensand versiegt.

Sand ins Getriebe streuen
Bedeutung: Unannehmlichkeiten verursachen, Sabotage betreiben.
Hintergrund: Mechanische Getriebe müssen gut geschmiert sein, um fehlerlos zu funktionieren. Schon kleine Steinchen können zum Defekt führen.

Wie Sand am Meer
Bedeutung: In großer Zahl, im Überfluss.
Hintergrund: Der Vergleich beruht auf Bibelstellen wie 1. Mose 22,17, 1. Mose 41,49, Jesaja 10,22, Jeremia 33,22.

Sand über etwas streuen 
Bedeutung: Nicht mehr über eine Angelegenheit sprechen, eine Sache vergessen sein lassen.
Hintergrund: Der Streusand, mit dem man früher die Tintenschrift ablöschte.

Der Sandmann kommt 
Bedeutung: Sagt die Mutter zum müden Kind.
Hintergrund: Bei eintretender Müdigkeit, besonders bei Kindern, werden die Augen trocken und in den das Auge umgebenden Rändern bilden sich kleine, trockene Kügelchen, die gefühlsmäßig den feinen Sandkörnchen gleichen. Diese Erscheinung ist nun für die Kinderwelt im Sandmann personifiziert worden.

In den Sand säen
Sand zusammenknüpfen
Sand in die Wüste tragen
Wie ein Sandkorn in der Wüste
Bedeutung: Alle gleichbedeutend mit: etwas Unnützes, Vergebliches tun.

Wie Spuren im Sand
Bedeutung: Beschreibt etwas Flüchtiges, leicht Vergängliches.
Hintergrund: Fußabdrücke im Wüstensand, die vom nächsten Wind verweht werden.

Wie Sand durch die Finger rinnen
Bedeutung: Etwas nicht festhalten oder aufhalten können.
Hintergrund: Trockener Sand, der durch die feinsten Öffnungen rieselt.

Mit Sand in den Schuhen
Bedeutung: Erinnerungen an etwas verbinden, im Geiste noch woanders sein.
Hintergrund: Das Bild vom Strandurlaub, von dem man etwas mit nach Hause nimmt.

Wie ein Sandsack
Bedeutung: Schwer sein, sich unbeweglich oder regungslos verhalten.
Hintergrund: Wahrscheinlich der schwergewichtige Trainingssack im Boxsport, der passiv alle Schläge erduldet.
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Literatur Redensarten:
Krüger-Lorenzen: Das geht auf keine Kuhhaut
K. E. Krack:  1000 Redensarten unter die Lupe genommen
W. Friedrich:  Moderne deutsche Idiomatik
L. Röhrig:  Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten