Werfen Sie bitte einen Blick auf die beiden Fotos oben und schätzen jeweils die Größe des abgebildeten Bereiches. Wenn Sie zu einem Ergebnis gekommen sind, klicken Sie bitte auf die Fotos. Es öffnen sich Fenster, in denen die wirkliche Größe erkennbar wird - vielleicht mit einem für Sie überraschenden Ergebnis.
Geowissenschaftler kennen das Phänomen, dass ähnliche geologische Strukturen in ganz unterschiedlichen Größenordnungen existieren können. Deshalb platzieren sie auf Objekten, die fotografiert werden sollen, einen leicht erkennbaren Gegenstand (etwa einen Hammer, Bleistift etc.), der sofort einen Eindruck von der Größe der aufgenommenen Objekte vermittelt. Fehlt ein solcher Maßstab, ist die Einschätzung der Größe manchmal schwierig, wie die Fotos oben veranschaulichen. Zwei weitere Beispiele dazu.
Die am Ritten (Bozen, Italien) gelegenen Erdpyramiden (linkes Foto) gehören zu den besonderen touristischen Attraktionen der Region. Die säulenartigen Gebilde wurden durch die Erosion aus einer lehmigen Erdschicht herauspräpariert, wobei im Sediment enthaltene Gesteinsbrocken (sogenannte "Decksteine") das darunter befindliche Material zeitweilig vor weiterer Abtragung schützten. Während die Erdpyramiden am Ritten bis zu 30 m hoch sind, beträgt die Höhe der Sandpyramiden auf den rechten Foto gerade einmal ein Hundertstel davon, etwa 30 cm. Dieses Foto wurde in einer Kiesgrube an der Weser aufgenommen. Die Blätter links unten verraten die wahre Größe.
Quelle:® www.rheinhessen-luftbild.de
Freiliegende Sandoberflächen sind häufig von kleinen, wenige Zentimeter hohen Sandrücken mit dazwischenliegenden Furchen überzogen, die als ® Sandrippeln bezeichnet werden. Die beiden Fotos oben scheinen das gleiche Phänomen zu zeigen. Beim rechten Bild handelt es sich in der Tat um Rippeln in einem Bachbett. Die Strukturen auf dem linken Foto haben jedoch eine ganz andere Dimension. Es sind die Dünen von Mas Palomas auf Gran Canaria, aufgenommen von einem Flugzeug aus. Der winzige Punkt auf dem Luftbild in der Ecke unten links (roten Pfeil) ist übrigens eine sonnenbadende Person (zur Vergrößerung können Sie wieder auf das Foto klicken).
Und noch ein Beispiel. Eine von Einschlagkratern durchsetzte Oberfläche - das Foto links interpretieren Sie vermutlich schnell als Satellitenaufnahme vom Mond oder Mars. Auflösung: das Geldstück auf dem Bild rechts verrät, dass es lediglich um eine ausgetrocknete Pfütze handelt, in der Regentropfen im noch weichen Schlamm kleine Eindrücke hinterlassen haben.

Sollten Sie Spaß an den Maßstabs-Spielereien gefunden haben, so finden Sie unter ® Sandwelten eine Galerie mit zahlreichen Miniatur-Landschaften aus Sand- und Kiesgruben.